1. Einleitung: Warum wird das Thema Ernährung so stark beachtet?
In der modernen Gesellschaft ist das Thema Ernährung stets im Fokus der Aufmerksamkeit. Ob beim Einkaufen und Kochen oder in der täglichen Ernährung, wir alle wünschen uns eine ausreichende Nährstoffaufnahme, um gesund zu bleiben. Doch was „Ernährung“ bedeutet und wie man Nährstoffe aufnimmt, wird von der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), der modernen Medizin (Westmedizin) und der Ernährungswissenschaft unterschiedlich interpretiert.
2. Moderne Medizin und Ernährungswissenschaft: Der reduktionistische Ansatz zur Ernährung
1. Kernpunkte:
- Reduktionismus: Die moderne Medizin und Ernährungswissenschaft neigen dazu, den menschlichen Körper als ein komplexes chemisches System zu betrachten und Nahrung in verschiedene Nährstoffe wie Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralien zu zerlegen.
- Nährstoffkombinationen: Basierend auf dieser Methode der Zerlegung hat die Ernährungswissenschaft verschiedene Nährstoffkombinationen entwickelt, wie z.B. die empfohlene tägliche Zufuhr (RDA), um sicherzustellen, dass der Körper ausreichend Nährstoffe erhält.
2. Einschränkungen:
- Nährstoffe und tatsächlicher Bedarf passen nicht zusammen:
- Das bloße Ergänzen bestimmter Nährstoffe garantiert nicht, dass der Körper diese tatsächlich aufnimmt und nutzt.
- Beispielweise zeigen einige Kinder nach allergischen Reaktionen einen Mangel an bestimmten Spurenelementen, aber selbst gezielte Ergänzungen verbessern die Symptome nicht unbedingt, da der Körper diese Nährstoffe möglicherweise nicht effektiv aufnehmen kann.
- Verständnis der Lebensmechanismen fehlt:
- Die moderne Ernährungswissenschaft basiert hauptsächlich auf mathematischen und chemischen Kenntnissen, während das Verständnis der komplexen Mechanismen des Lebens unzureichend ist.
- Die gleiche Nahrung wird von verschiedenen Menschen unterschiedlich aufgenommen, was mit individuellen Verdauungs- und Aufnahmefähigkeiten sowie dem Darmmikrobiom eng verbunden ist.
Fallanalyse:
Eine Mutter bemerkte, dass ihr Kind an einem Mangel an Spurenelementen litt, und gab ihm entsprechende Nahrungsergänzungsmittel. Die Symptome des Kindes besserten sich jedoch nicht. Später, unter Anleitung der TCM, passte sie die Ernährung des Kindes an und legte Wert auf die Pflege von Milz und Magen, woraufhin sich der Ernährungszustand des Kindes allmählich verbesserte.

3. TCM-Perspektive: Ernährung im Kontext der Lebensmechanismen und des ganzheitlichen Ansatzes
1. Kernpunkte:
- Schwerpunkt auf Lebensmechanismen: Die TCM betrachtet den menschlichen Körper als ein organisches Ganzes, wobei die Aufnahme und Nutzung von Nährstoffen eng mit der Funktion der Organe und dem Kreislauf von Qi und Blut verbunden ist.
- Aufnahme ist entscheidend: Die TCM betont, dass „gute Aufnahme wirklich gut ist“; selbst wenn die Nahrung an sich nicht nährstoffreich ist, kann sie, solange die Funktion von Milz und Magen normal ist, in die Nährstoffe umgewandelt werden, die der Körper benötigt.
2. Überwindung traditioneller Vorstellungen:
- Nicht immer mehr Nährstoffe sind besser:
- Die TCM befürwortet nicht das Streben nach hoch nährstoffreichen Lebensmitteln, sondern betont, dass die Ernährung an die individuelle Konstitution und Bedürfnisse angepasst sein sollte.
- Beispielweise führt eine vegetarische Ernährung nicht zwangsläufig zu Mangelerscheinungen, solange die Funktion von Milz und Magen gut ist und die Verdauung und Aufnahme effektiv sind.
- Übermäßige Aufnahme vermeiden:
- Ein übermäßiger Verzehr von Fleisch, insbesondere schwer verdaulicher Lebensmittel, belastet Milz und Magen und beeinträchtigt die Nährstoffaufnahme, was sogar chronische Krankheiten wie Bluthochdruck und hohe Blutfettwerte verursachen kann.
Fallanalyse:
Eine Frau, die langfristig vegetarisch lebte, war in guter körperlicher Verfassung, während ihre Freundin aufgrund übermäßigen Fleischkonsums an hohen Blutfettwerten litt. Dies zeigt, dass eine ausgewogene Ernährung auch bei vegetarischer Ernährung Gesundheit bewahren kann.
4. TCM-Verständnis von „auslösenden Lebensmitteln“: Nicht alle Lebensmittel passen zu jedem
1. Was sind auslösende Lebensmittel?
- Die TCM betrachtet auslösende Lebensmittel als solche, die bestimmte Krankheitssymptome auslösen oder verschlimmern können, wie z.B.:
- Rind- und Schaffleisch, Meeresfrüchte, die Allergien oder entzündliche Reaktionen auslösen oder verschlimmern können.
- Scharfe und fettige Lebensmittel, die die Belastung von Milz und Magen erhöhen und die Verdauung und Aufnahme beeinträchtigen.
2. Fallanalyse:
- Kinder, die scharfe Snacks essen, können ihren Magen-Yin schädigen, was zu Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen führt.
- Der übermäßige Verzehr von Früchten, insbesondere kalter Früchte, kann den Stoffwechsel belasten, Yang-Qi verbrauchen und bei Menschen mit Yang-Mangel zu verschiedenen Unannehmlichkeiten führen.
5. Das einzigartige TCM-Verständnis von „Ergänzung“: Nicht immer mehr Ergänzung
1. „Durchlässigkeit“ ist „Ergänzung“:
- Die TCM glaubt, dass eine normale Funktion von Milz und Magen sowie ein ungehinderter Kreislauf von Qi und Blut die wahre „Ergänzung“ darstellen.
- Beispielweise lud ein Pharmaunternehmer in der Republikzeit einen TCM-Arzt ein, ein Ergänzungsmittel zu entwickeln. Das schließlich ausgewählte Rezept enthielt Wein-Rhabarber, da Rhabarber die Darmfunktion fördert und bei freien Darmwegen Appetit und Energie von selbst zurückkehren.
2. Blindes Ergänzen ist nicht ratsam:
- Die TCM betont „Ergänze das Leere, entleere das Fülle“, nicht jeder benötigt Ergänzung.
- Übermäßige Ergänzung, insbesondere bei Menschen, die nicht an Qi- und Blutleere leiden, kann die Belastung des Körpers erhöhen und verschiedene Probleme verursachen.
Fallanalyse:
Ein Patient fragte ständig, was er essen könnte, um seinen Körper zu ergänzen. Der TCM-Arzt empfahl ihm, zunächst schwer verdauliche Lebensmittel zu meiden und die Pflege von Milz und Magen zu betonen, woraufhin sich sein Gesundheitszustand verbesserte.
6. Eine neue Interpretation von „Ernährung“ durch die TCM: Natur folgen, zur Ursprünglichkeit zurückkehren
1. Wahre Ernährung kommt aus der Natur:
- Die TCM empfiehlt den Verzehr von saisonalen und regionalen natürlichen Lebensmitteln, da diese besser mit den natürlichen Wachstumsgesetzen des Körpers übereinstimmen und leichter vom Körper aufgenommen und genutzt werden können.
- Beispielweise der Verzehr von frischem Obst und Gemüse anstelle von industriell verarbeiteten Lebensmitteln.
2. Ernährung und körperliche Bedürfnisse sollten übereinstimmen:
- Die TCM betont, dass die Ernährung an die individuelle Konstitution und Bedürfnisse angepasst sein sollte, wie z.B.:
- Personen mit schwachem Yang sollten weniger oder gar kein Obst essen, um Yang nicht zu verbrauchen.
- Personen mit schwacher Milz und Magen sollten schwer verdauliche Lebensmittel wie Rind- und Schaffleisch, Meeresfrüchte meiden.
3. Übermäßiges Streben nach Genuss vermeiden:
- Moderne Menschen streben übermäßig nach Genuss und vernachlässigen die tatsächlichen Bedürfnisse des Körpers, was zu einer Überlastung von Milz und Magen und einer Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme führt.
- Die TCM empfiehlt, Genuss rational zu behandeln und übermäßige Abhängigkeit von Gewürzen und künstlichen Zusatzstoffen zu vermeiden.
7. Zusammenfassung: Die einzigartige Sicht der TCM auf Ernährung
1.Aufnahme ist entscheidend: Die Aufnahme und Nutzung von Nährstoffen ist wichtiger als die bloße Aufnahme von Nährstoffen.
2.Ernährung sollte zur Konstitution passen: Jeder hat eine unterschiedliche Konstitution, daher sollten die Ernährungsbedürfnisse individuell angepasst werden.
3.Übermäßige Aufnahme vermeiden: Übermäßiges Streben nach hoch nährstoffreichen Lebensmitteln und übermäßige Ergänzung können den Körper überlasten.
4.Natur folgen, zur Ursprünglichkeit zurückkehren: Der Verzehr von natürlichen, saisonalen Lebensmitteln fördert die Gesundheit des Körpers.
5.Ganzheitliche Gesundheit beachten: Die Gesundheit des Körpers wird von vielen Faktoren beeinflusst, einschließlich Emotionen und Lebensstil, und sollte aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden, um Gesundheit zu bewahren.
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